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Mein Einzug ins neue traute Heim

 

Am 5. Oktober 2001 wurde ich – Petzi – geboren. Mein Vater (angeblich ein Chow-Chow, der sich dann jedoch als Spitz entpuppte) ließ meine Mutter (eine Schäfer-Mischlingsdame), meine 4 Geschwister und mich einfach sitzen. Sooo ein Hallodri! Daraufhin landeten wir im Tierheim. Die vielen hungrigen Mäuler zu stopfen war jedoch sehr kostspielig und daher suchte man Pflegeplätze für uns. Zu diesem Zweck wollte uns die nette Tierheimtante fotografieren, aber da wir alle Pfeffer im A…. – ich meine im Allerwertesten hatten, war das leider unmöglich. Kurzerhand packte sie uns daher in einen Einkaufswagen – „sehr originell“! Das Foto wurde dann in der Kronen Zeitung veröffentlicht, wo uns alle bewundern konnten. Es kamen viele Leute vorbei, die mir aber nicht so besonders gefielen.

Doch eines schönen Tages öffnete sich die Tür unseres Zwingers und ein reiferes Ehepaar trat ein – beide rund und wohlgenährt! Die beiden gewannen mein Herz im nu, denn ich dachte bei ihrem Anblick sofort an eine gut gefüllte Futterschüssel für meinen ständig knurrenden Magen. So beschloss ich, die beiden an Eltern statt anzunehmen, sie sozusagen zu adoptieren.

Am 7. Dezember 2001 war es dann endlich so weit: Ich wurde abgeholt. Alle waren aufgeregt, am allermeisten ich selbst. Ich durfte mit in den großen Käfig auf vier Rädern und wir fuhren nach Traiskirchen. Später erfuhr ich, dass das ein Auto gewesen war. Am Ziel angekommen erblickte ich einen Garten mit einigen Bäumen – das war viel versprechend. Das würden also meine „Stammbäume“ werden. Meine neuen Eltern sperrten die Haustüre auf und ich spazierte mit stolz erhobener Rute ins Haus. Was ich sah gefiel mir sehr, denn hier hatte ich – anders als im kleinen Zwinger – endlich viel Platz zum Spielen. Eigentlich hatte ich schon wieder Hunger. Mein Frauchen schien das zu ahnen und stellte mir sogleich den 1. Gang vor die Nase. Ich schlang alles hinunter – hmmmm, lecker – und wartete auf den Nachtisch. Aber leider gab es keinen. Ich war enttäuscht. So hatte ich mir mein neues Leben doch nicht vorgestellt! Schmollend trottete ich in eines meiner Körbchen. Immerhin – komfortabel muss ich sagen. Weich und kuschelig – Gott-sei-Dank. Nach zwei Stunden Schlaf war ich ausgeruht und wieder voller Tatendrang, aber auf Leckerlis wartete ich immer noch vergebens.

Abends bekam ich netten Besuch. Es war die Tochter des Hauses: Michi! War das jetzt meine Schwester??? Keine Ahnung! Sie hatte Erich, ihren Freund und Spielgefährten dabei. Die beiden waren lustig. Erich wurde sogleich losgeschickt, um Spielsachen für mich zu kaufen und dann flogen die Fetzen. Es war toll. Plötzlich stieg mir ein sensationeller Duft in die Nase und mein Magen rebellierte vor Freude. Nach diesem leckeren Abendessen war ich endlich halbwegs satt, wurde müde und schlief gleich ein.

In der Nacht bekam ich schrecklich Bauchweh. Herrchen weckte Frauchen, diese Schlafmütze, auf und als das Licht brannte sah ich es: Der Boden war mit irgendwelchem Stinkezeug und Blut verschmiert. Scheinbar hatte ich blutigen Durchfall und ich musste rasch zum Tierarzt, auch einem Freund von Michi. Der piekste mich gleich zweimal. Außerdem sagte er irgendwas von Flöhen oder so – igitt! Aber Dank der guten Behandlung war ich bald wieder gesund und lustig.

Nach und nach lernte ich viele liebe Menschen und auch den Rest der Sippe – oder heißt das Familie? – kennen. Aber darüber berichte ich euch ein anderes Mal, denn ich bin schon wieder hungrig und müde.

Ciao, Euer Petzi

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Foto:
Mein erstes Foto - und das gleich in der Kronen Zeitung.